7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können allenfalls auf Satzebene lesen und schreiben. Sie finden nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt, da Arbeitstätigkeiten, die ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse zu bewältigen sind, zunehmend wegfallen. In der Folge sind die Betroffenen häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und tragen ein hohes Armutsrisiko. So sind knapp ein Drittel der Arbeitslosen funktionale Analphabeten/innen.
Trotzdem berücksichtigt die berufliche Weiterbildung von gering qualifizierten Arbeitslosen das Thema Alphabetisierung bisher wenig.
Eine zielgerichtete Förderung Arbeitsloser mit funktionalem Analphabetismus verspricht eine Verzahnung von Maßnahmen zur aktiven Arbeitsförderung Arbeitsloser mit berufsorientierter Alphabetisierung.
Zentrales Ziel des Projekts ist es, Voraussetzungen zu schaffen, um berufsorientierte Alphabetisierung mit Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung zu verzahnen. Dazu entwickelt und erprobt das f-bb in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit Experten/innen aus Bildungspraxis und Wissenschaft ein anschlussfähiges Förderkonzept. Die Gesamtmaßnahme besteht aus Modulen zur vorgeschalteten und begleitenden Alphabetisierung und Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch.
Produkte des Projekts sind Maßnahmenkonzepte und Verfahrensmodelle. Der AlphaBERUF-Modellansatz umfasst eine Beschreibung von Maßnahmenstruktur, Zielgruppe, Lernzielen, Methodik, Didaktik und Lerninhalten. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit trägt bei, dass Vereinbarkeit mit den Fördervorgaben der Bundesagentur für Arbeit und den gegebenen Fördermöglichkeiten für Alphabetisierung gegeben ist. Die Umsetzung ist praxisnah in der f-bb eigenen Reihe „Leitfaden für die Bildungspraxis“ beschrieben – von der Gewinnung der Kursteilnehmenden bis zur Durchführung des Maßnahmenkonzeptes.
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Dominique Dauser
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