Der Mangel an geeigneten Fachkräften, der demografische Wandel, sowie gestiegene Anforderungen an den Arbeitsplätzen haben in vielen Unternehmen zu einer Qualifikationslücke geführt. Die adäquate Besetzung freier Stellen wird für Betriebe immer schwieriger. Da eine qualifizierte Belegschaft jedoch von zentraler Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist, müssen auf allen Ebenen Anstrengungen zur nachhaltigen Deckung des Personalbedarfs unternommen werden. Die betriebliche Personalentwicklung hat sich in der Vergangenheit auf die Fach- und Führungskräfte beschränkt, dies ist heute nicht mehr ausreichend. Eine, häufig noch vernachlässigte, Möglichkeit liegt in der Qualifizierung von beschäftigten und arbeitslosen An- und Ungelernten mit und ohne Migrationshintergrund. Diese stellen ein Potenzial dar, welches durch passgenaue Qualifizierung dazu beitragen kann, die Fachkräftelücke zu schließen. Aktuell haben 16,1 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss. Das heißt, das Qualifizierungspotential von mehr als 1,5 Millionen jungen Menschen liegt brach.
Um diese Qualifikationsreserve zu erschließen, sind Informations- und Beratungsangebote für Unternehmen erforderlich. Dabei werden den Betrieben die Chancen aufgedeckt, welche sich ihnen durch die Nachqualifizierung von An- und Ungelernten ergeben und die Möglichkeiten aufgezeigt, wie Nachqualifizierung geplant, durchgeführt und organisiert werden kann. Dazu sind regional vor Ort adäquate Strukturen für Nachqualifizierung auf- bzw. auszubauen. Hier setzt das Programm „Perspektive Berufsabschluss“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit der Förderinitiative „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ an.
Ziel der Förderinitiative 2 ist es, in ausgewählten Regionen in Zusammenarbeit mit den regionalen Arbeitsmarktakteuren (Arbeitsagenturen, ARGEn, Bildungsträgern, Kammern, Migrantenorganisationen, Unternehmen etc.)
- ein auf den regionalen Bedarf abgestimmtes Nachqualifizierungsangebot aufzubauen,
- passgenaue Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Unternehmen (insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen) sowie für arbeitslose und erwerbstätige an- und ungelernte junge Erwachsene bereitzustellen,
- die Zugangsmöglichkeiten zur Externenprüfung zu verbessern,
- arbeitsmarktpolitische und zielgruppenspezifische Förderstrukturen transparent zu machen, vorhandene Fördermöglichkeiten zu bündeln und neue Fördermöglichkeiten zu erschließen,
- durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit aufzuzeigen, wie passgenaue Qualifizierung entlang am betrieblichen Bedarf und abgestimmt auf die bereits vorhandenen Kompetenzen und Stärken der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aussehen kann.
Als wissenschaftliche Begleitung der Förderinitiative „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ berät das f-bb die regionalen Projekte fachlich bei der Umsetzung, unterstützt sie bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien und koordiniert ihre bundesweite Vernetzung. Zudem sichert das f-bb die Verallgemeinerbarkeit und Übertragbarkeit der Ansätze auf andere Regionen und wirkt mit beim programmbegleitenden Transfer.
Weitere Informationen zum Thema betriebsnahe Nachqualifizierung finden Sie unter Publikationen und Fachartikel. Weitere Informationen zum Programm Perspektive Berufsabschluss und seinen beiden Förderinitiativen erhalten sie unter www.perspektive-berufsabschluss.de.
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
Ihre Ansprechpartnerinnen

Dominique Dauser

Kristin Hecker
Förderung
